Pressemitteilungen

25.01.2016

„Deffnerhaus“ feiert 50. Geburtstag

Ehrengäste gratulieren im Evang. Kinder- und Jugendhilfezentrum Augsburg

Jubiläum mit Segen: Pfarrer Dr. Bernhard Sokol, Vorsitzender der Stiftung Evangelisches Waisenhaus und Klauckehaus Augsburg, segnete im Rahmen der 50-Jahre-Deffnerhaus-Feier die frisch sanierten Wohngruppen-Häuser. Im Anschluss führten die jugendlichen Bewohner die interessierten Gäste durch ihr neues Zuhause.

Seinen stolzen 50. Geburtstag feierte das Deffnerhaus, die Stammeinrichtung des Evangelischen Kinder- und Jugendhilfezentrums Augsburg (EvKi), mit über hundert Gästen. Im Bild (von links) Birgit Löwe vom Vorstand des Diakonischen Werkes Bayern, Pfarrer Dr. Bernhard Sokol, Vorsitzender der Stiftung Evangelisches Waisenhaus und Klauckehaus Augsburg, Uta Sokol, EvKi-Krippenleitung, Oberbürgermeister Dr. Kurt Gribl, EvKi-Gesamtleitung Sigrun Maxzin-Weigel.

Deffnerhaus Grundsteinlegung im Jahr 1964

Augsburg (pm). Ein halbes Jahrhundert Deffnerhaus: Seinen stolzen 50. Geburtstag feierte am 22. Januar die Stammeinrichtung des Evangelischen Kinder- und Jugendhilfezentrums Augsburg (EvKi) – und über hundert Gäste aus dem sozialen, kirchlichen und kommunalen Bereich und der Einrichtung selbst feierten mit bei hausgemachter Musik, Speis‘ und Trank und guten Gesprächen.

Im Januar 1966 war das Deffnerhaus als Nachfolgeeinrichtung des Evangelischen Waisenhauses, das 1572 in der Augsburger Stadtmitte gegründet worden war, in der Karwendelstraße 61 in Hochzoll eingeweiht worden. Das Landwirtsehepaar Sofie und Friedrich Georg Deffner hatte damals ein 10.000m² große Gelände gestiftet „mit dem Auftrag dauerhafte Hilfe zu leisten“, wie der Vorsitzende der Trägerstiftung Evangelisches Waisenhaus und Klauckehaus Augsburg, Pfarrer Dr. Bernhard Sokol, den Gästen berichtete.
Dass die Wurzeln der Augsburger Einrichtung bis ins 16. Jahrhundert zurückreichen, lobte auch Oberbürgermeister Dr. Kurt Gribl in seinem Grußwort im voll besetzten Deffnersaal. „Wir sind froh, dass wir das Deffnerhaus haben“, betonte er nicht zuletzt mit Blick auf die engagierte Arbeit des EvKi in der Betreuung und Begleitung von mittlerweile 120 unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen in heutigen Tagen.
Birgit Löwe vom Vorstand des Diakonischen Werkes Bayern gratulierte zu der „jahrhundertelangen Innovationskraft des ältesten Mitglieds der bayerischen Diakonie“. „Das Deffnerhaus zeigt ein klares evangelisches Profil und wird vom christlichen Menschenbild geleitet“, so Löwe weiter, „es gibt einen sicheren Halt in einer sich verändernden Welt.“
Rolf Heim, Direktor der J.G. Klaucke’schen Stiftung, die das EvKi dauerhaft finanziell unterstützt, dankte für die vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den verschiedenen Heimleiter-Generationen. „Durch die aktuelle Generalsanierung des Deffnerhauses kann eine weitere erfolgreiche Arbeit gewährleistet werden“, sagte er mit Blick auf die Zukunft.
EvKi-Leitung Sigrun Maxzin-Weigel führte die Gäste in ihrem Vortrag auf eine Zeitreise durch 50 Jahre Deffnerhaus und Jugendhilfe in Augsburg. „Das Deffnerhaus ist bei aller Weiterentwicklung immer auch ein Symbol für Beständigkeit und Konstanz des EvKi“, betonte Maxzin-Weigel, „bewährt haben sich die Kinderdorf-Struktur, das große Freizeitgelände, die Lage mitten in der Stadt sowie die intensive Vernetzung im Sozialraum Hochzoll“.
Zu Wort kamen auch die jugendlichen Bewohner selbst, die den „EvKi-Rat“ vorstellten. Mithilfe dieser neuen Form der Partizipation können die EvKi-Bewohner ihre Meinung noch besser im Heim-Alltag einbringen.

Zu den Gästen im Deffnerhaus zählten neben den Rednern unter anderem Sozialreferent Dr. Stefan Kiefer, die Vorstände des Diakonischen Werks Augsburg, Dr. Ilona Luttmann und Fritz Graßmann, diako-Rektor Heinrich Götz, die Heimaufsicht der Regierung von Schwaben, Ursula Kiening, die Bereichsleitung des Jugendamtes Augsburg, Ulrike Deffner, sowie die ehemalige Heimleitung Brunhilde Schütt und einige frühere Bewohner des damaligen „Evangelischen Kinderheims“.

Hintergrund
Vom Deffnerhaus ausgehend bieten pädagogische und psychologische Fachkräfte Hilfen für Familien mit Kindern, die in ihrem persönlichen Umfeld starken Belastungen oder traumatischen Erlebnissen ausgesetzt sind. Aktuell betreut das Evangelische Kinder- und Jugendhilfezentrum Augsburg rund 600 Kinder und Jugendliche in Stadt und Landkreis Augsburg sowie Landkreis Aichach-Friedberg – die meisten von ihnen zu Hause in ihren Familien. Um auch im stationären Bereich den Anforderungen der Zeit weiterhin gerecht zu werden, wird das Deffnerhaus derzeit umgebaut und konzeptionell neu gestaltet.